DIGITALISIERUNG: DER WANDEL IM ARBEITSALLTAG

Digitalisierung: Wandel im Arbeitsalltag
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Realitätscheck: Alle reden von der Digitalisierung, aber was wurde bislang überhaupt umgesetzt? Welche Neuerungen bereits eingeführt? Was bedeuten sie für den Arbeitsalltag? Und wie geht es weiter? Wir sprachen mit Angestellten aus den Branchen Logistik, Medien, Pharmazie und Entertainment und dem Digitalexperten Prof. Dr. Klemens Skibicki.

Digitalisierung: Ein allgegenwärtiges und großes Wort, das Unternehmen dazu bewegt, sich zu modernisieren. Dabei wirkt sich die digitale Transformation in verschiedenen Unternehmen auch verschieden aus. Unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse der einzelnen Branchen. Deshalb fragten wir uns bzw. die Menschen, die sich täglich mit der Transformation auseinandersetzen: Wie verändert Digitalisierung den Arbeitsalltag?

Zum aktuellen Stand der Digitalisierung 

Organisationen, die digitale Innovationen einführen, wachsen schneller als Mitbewerber, die sich lediglich auf operative Exzellenz beschränken. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche im Auftrag von TA Triumph-Adler im vergangenen August von dem Analystenhaus IDC unter deutschen IT- und Fachbereichsverantwortlichen durchgeführt wurde. Doch noch steht die Mehrheit der Unternehmen am Anfang und konzentriert sich zu sehr auf interne Optimierung.

Der Leiter des IT-Departments „Prozessautomatisierung“ eines Logistikunternehmens nennt ein Beispiel: „Wir entwickeln gerade für eines unserer Produkte digitale Lösungen, um unsere Kundenaufträge möglichst reibungslos in die IT-Systeme zu integrieren. Hier automatisieren wir einen bislang noch recht manuellen Prozess. Dennoch: Das Tempo, dass Netflix, Google und Amazon im Vergleich vorlegen, empfinde ich als beeindruckend und zugleich beängstigend.“ So steht im Unternehmensbarometer, dass jedes zweite der befragten Unternehmen eine größere Konkurrenz befürchtet. Der Leiter des IT-Departments: „Ob wir schnell genug sind, wird sich noch zeigen.“

Eine Managerin aus der Unternehmenskommunikation eines pharmazeutischen Unternehmens berichtet, dass Digitalisierungsentscheidungen in ihrem Unternehmen häufig zunächst auf internationaler Ebene getroffen werden. „Aber auch auf nationaler Ebene prüfen wir ständig, wie sich Prozesse vereinfachen lassen. Dazu führen wir viele neue Systeme ein, etwa in den Bereichen Reisekostenabrechnung, Zeiterfassung oder Personalmanagement.“ Doch die bloße Einführung neuer Digital-Tools allein reicht nicht – findet Prof. Dr. Klemens Skibicki, Experte für digitale Transformation. Er schätzt die Situation kritisch ein: „Ja, einige Prozesse werden hinterfragt, aber mit den Möglichkeiten der digitalen Welt müssen noch viele Arbeitsabläufe einfacher, ökonomisch effizienter und in anderen Denkmustern abgeleistet werden können. Wir vereinfachen den Zugang zum Produkt, aber eben nicht das Produkt selbst. Und gemessen an dieser Aufgabe sind wir in Deutschland leider sehr weit hinten dran. Facebook, Google und Amazon leben dagegen bereits eine extreme Kundenorientierung.“ Wo genau Deutschland steht, kann Skibicki nicht sagen, aber „wir müssen uns klarmachen, was die entscheidenden Veränderungstreiber der Digitalisierung sind, erst dann können wir darüber reden, wie weit wir sind.“

Herausforderungen der Digitalisierung

„Wir haben aus vergangenen Fehlern mittlerweile gelernt“, weiß die Pharmamitarbeiterin aus der Unternehmenskommunikation. „Wir haben früher oft zu kurzfristig geplant. Wenn wir uns heute entscheiden, Digitalprojekte umzusetzen, dann wissen wir, dass wir dafür eine langfristige Budget- und Kapazitätenplanung sicherstellen müssen.“ Zudem gäbe es heute für neue Tools und Prozesse sehr viel mehr zielgerichtete Schulungsangebote für Mitarbeiter, als es früher der Fall war.   

Unternehmen aus der „New Economy“ kennen dieses Problem: „In Sachen Digitalisierung sind wir immer ganz vorn mit dabei – trotzdem merke ich, wie die Angst vor Neuem bei anderen Unternehmen dominiert. Auch werden Vor- und Nachteile digitaler Prozesse oft nicht richtig abgewogen, weil das entsprechende Know-how fehlt“, berichtet der Mitarbeiter aus einem Start-up: Hier arbeitet er als Kameramann und Cutter. Solche Schwierigkeiten seien weder eine Ausnahme, noch verwunderlich, sagt Klemens Skibicki. Bei vielen Unternehmen müsste zunächst einmal eine kulturelle Hürde überwunden werden. „Wir müssen in viel größeren Kreisen denken und in den Führungsetagen begreifen, was das digital vernetzte Zeitalter ausmacht. Wir ziehen hingegen mit veralteten Regeln gerade eher Mauern hoch. Es ist gefährlich, einfach davon auszugehen, dass wir gut dastehen.“

Diese Einschätzung wird durch die DIHK-Umfrage bestätigt: „Wirklich gut aufgestellt“ für die Digitalisierung fühlt sich derzeit nur etwas mehr als ein Viertel der Unternehmen in Deutschland (27 Prozent; 2016 waren es 25 Prozent). „Die Betriebe befinden sich auf einem guten Weg, sehen aber weiterhin erhebliche Potenziale in ihrer digitalen Entwicklung“, heißt es in der Analyse des Verbandes. 

 Was läuft besonders gut?

„Bei uns gibt es eine neue Intranetpräsenz, die nicht mehr so statisch ist und einem Community-Ansatz folgt. Ich hoffe, dass wir dort in Zukunft noch mehr kommunizieren werden. Außerdem gibt es jetzt auch ein Digitalteam, das Ideen sammelt“, so der IT-Leiter aus dem Logistikbereich.

„Intern sind wir gut vernetzt“, bestätigt die Managerin der Unternehmenskommunikation aus der pharmazeutischen Industrie. „Via Intranet und internem Newsletter erhalten wir Mitarbeiter Informationen über geplante Neuerungen, Schulungsangebote und andere wichtige Unternehmensinformationen.“ Und auch Professor Skibicki sieht eine Verbesserung in der Kommunikation im Vergleich zu noch vor fünf Jahren. Er warnt jedoch, dass es noch immer zu viele Blockaden gibt. „Wir müssen verstehen, dass der Begriff „Social“ ein Grundprinzip in der Kommunikation ist. Und das haben Unternehmen einfach zu lange ignoriert.“

Wie geht es mit der Digitalisierung weiter?

Job-Killer Digitalisierung? Die von uns befragten Mitarbeiter sehen zwar die Vorteile der digitalen Transformation, fürchten jedoch auch ihre Auswirkungen. Der IT-Leiter aus dem Logistikbereich empfindet es zum Beispiel als positiv, dass es immer mehr Kommunikationswege und Plattformen wie ‚Slack’ geben wird, auf denen wir uns austauschen werden. Trotzdem sieht er die Veränderung auch kritisch, weil „einfache Sachbearbeitertätigkeiten automatisiert werden und dadurch Jobs in Gefahr sind.“

Ähnlich empfindet auch die Salesmanagerin aus dem Entertainmentbereich: „Wer sich der Digitalisierung verschließt, wird im Markt von morgen keine Geschäfte mehr machen können. Wenn dieser Markt in ein paar Jahren mehr oder weniger automatisch von digitalen Produkten beherrscht wird, ist meine Rolle vielleicht auch nicht mehr notwendig.“

Nach der DIHK-Umfrage rechnen 18 Prozent der Unternehmen damit, dass sich die Zahl ihrer Angestellten in Zukunft erhöht, 19 Prozent sehen Einsparungspotenzial. Der Großteil (63 Prozent) erwartet, dass sich die Zahl der eigenen Mitarbeiter nicht verändert. Mit Blick auf das Stichwort „New Work“ sehen fast drei Viertel der Betriebe neue, flexible Arbeitsweisen als Chance.

„Die Angst vor dem Jobverlust ist berechtigt“, kommentiert Klemens Skibicki. Er ergänzt aber, dass das während eines Strukturwandels ganz normal und nichts Neues ist. „Wir schauen nur auf die Arbeitsplätze, die wegfallen, und sehen nicht die, die entstehen. Wir müssen Mut zur Veränderung haben. Amazon hat 500.000 Mitarbeiter – nur haben wir kein Amazon. Deswegen müssen wir jetzt schleunigst Gas geben.“

Auch TA Triumph-Adler gibt bei der Digitalisierung für seine Kunden Vollgas. Sie möchten mehr wissen?

Weitere wertvolle Einsichten zur Digitalisierung von Unternehmen liefert Ihnen Prof. Dr. Klemens Skibicki auch in unserem Video-Interview.